
It hurts to admit when you make mistakes - but when they're big enough, the pain only lasts a second
Eventuell habt Ihr es inzwischen auch gemerkt: einige meiner Webseiten waren oder sind immer noch nicht erreichbar, unser Blog hier wurde auf den Stand von Anfang 2007 versetzt.
Ich sag es gleich: Murphy hat ja soo recht!
„Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“
Und wieder hat sich Scott Adams Aussage in “The Dilbert Principle” (siehe unten…) bewahrheitet: “People are Stupid”. Dabei behauptet Scott Adams, dass wir nicht immer dumm sind, nein, wir haben nur unsere Momente. Jedenfalls habe ich Murphy und Scott gezeigt wie es richtig geht: meine 30 Sekunden Dummheit habe ich mit mit einem Backup-System, das seit 2007 nicht mehr funktioniert hat gepaart. Raus kommt der größte technische Gau, den ich bisher erlebt habe.
Ich muss etwas ausholen: da ich seit einiger Zeit begeisteter Macintosch- Benutzer geworden bin, habe ich beschlossen, einiges an unserer IT-Infrastruktur zu ändern. Mein Server im Keller stammt aus Zeiten, in denen das Internet langsam und die Router teuer waren. Heute hingegen habe ich eine DSL Flatrate und eine ISDN Telefonanlage im Keller, die nebenher noch ADSL Modem und Router ist – sowas gabs früher nicht.
Also habe ich beschlossen, mittelfristig kräftig umzubauen, auszumisten. Der Server bei 1und1 soll größer werden, da ich einige unserer “Kellerdienste” dorthin verlagern möchte. Kein Problem, Server per Telefon in 5 Minuten bestellt. Toll, die ersten 3 Monate keine Gebühr – prima, die Migration von dem alten Server zu dem neuen kann ich also ohne doppelte Server-Kosten und in voller Ruhe ausführen.
Die nachfolgende Erzählung ist evtl. nicht 100% richtig, da ich mich nur teilweise und schemenhaft an diese Woche erinnern kann…
Freitag, später Nachmittag
Server fertig eingerichtet. Cool, das ging ja mal schnell. Mit Holger telefoniert.
Beschlossen wir versuchen es diesmal mit UBUNTU. Vor- und Nachteile ausdiskutiert, die Welt war noch in Ordnung.
Samstag
Bin unterwegs, komm nicht mal in die Nähe meiner Tastatur. Habe ich erwähnt, dass auf dem alten Server durchaus wichtige Informationen gespeichert sind?
Sonntag, früher Nachmittag
Nicht ganz ausgeschlafen aber guter Dinge setze ich mich an den neuen Server. Die Partitionierung gefällt mir nicht, fange an, an dem neuen Server rumzuschrauben. Mist, Dateisystem zerschossen, muss den Server “reinitialisieren”, das dauert. Bin verärgert.
Ich sollte an dieser Stelle erwähnen, dass das Initialisieren eines Servers bei 1und1 ein Vorgang ist, der über eine spezielle Webseite ausgelöst wird. Dann wird der gesamte Rechner platt gemacht und ein neues System aufgespielt. Da bleibt nix übrig, super Sache wenn man das Dateisystem zerschossen hat.
Nachdem ich bestätigt habe, dass ich mir ganz sicher bin, das ich das machen will, ein click, fertig. Jetzt noch ein Kaffee und dann nochmal von vorne.
…
Holger ruft an: Papick, was ist mit pgt.de (alter Server) los?
Mir wird schlecht. Ne – das habe ich nicht gemacht, oder?
Ich begreife meinen Fehler: auf der 1und1 Seite werden beide Server verwaltet, ich habe nicht daran gedacht und den falschen erwischt.
Goodbye entspannte Migration.
Sonntag 21:30
Inzwischen habe ich den richtigen Server initialisiert und kann es immer noch nicht fassen.
Eva sagt gute Nacht und geht lesen. Ich werde sie ab jetzt eine Weile nicht mehr wahrnehmen. Ich ahne noch nix böses.
Sonntag 22:00
Ich stelle fest: Datenbank-Backups sind nicht da. Alles weg. Ein Alptraum.
Sonntag 22:01 bis Dienstag in der Frühe…
An diese Zeit kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. Ich weiss jetzt, dass die Migration, die ich entspannt in 3 Monaten abwickeln wollte, in diesem Zeitraum stattgefunden hat. Irgendwie habe ich meine 10 Domains von einem Server zu dem anderen übertragen, festgestellt, dass meine Datenbank-Backups weg waren und dass ich nur noch einige der Dateien gesichert habe.
Dienstag
Server steht, Content ist weg, Eva hat nur 1 Woche Terminplanung in Ihrer Praxissoftware verloren. Sie hat Mitleid und zuckt nur mit den Schultern, ich bin am Ende.
Muss noch die Schulung vorbereiten.
Mittwoch
Bin immer noch dabei, die Schulung vorzubereiten. Toll: Wintereinbruch angekündigt, muss eine Stunde früher losfahren. Kann gerade noch 2 Stunden schlafen.
Donnerstag
Schulung gehalten. Einige technische Probleme gehabt, lief trotzdem gut. Muss länger machen. Es schneit wie blöd. Muss noch nach Hause fahren.
Donnerstag, 18:30
Fahre endlich los. Schnee. Dunkel. Es geht nicht voran.
Eva ruft an. Einkaufsliste durchgegeben, muss noch einkaufen. Kannst du? Klar kann ich.
Donnerstag 21:30
Schaffe es zu Famila. Käse, vier Liter Milch. Zwiebeln, Bananen, Äpfel – Mist, welche Sorte? Ich kann es mir nicht merken. Ruf auch nicht zuhause an, nimm einfach die zweiten von Rechts.
Donnerstag 21:45
Ein Blue-Ray Player von Sony im Angebot für 169 €. Ich dreh das Teil um: hat Komponentenausgang. Mit Holger telefoniert: ist guter Preis.
Ich nehm es mit. Bin ja schliesslich nicht mehr zurechnungsfähig.
Donnerstag 22:15
Komme zu hause an. Ich fertig. Eva sauer, will kein Blue Ray Player von Sony.
Player muss gehen.
Famila hat aber schon zu.
Inzwischen habe ich die Zeit gefunden, hier und da mal was am Server entspannt fertig zu stellen. Die Domäne http://pgt.de ist jetzt endgültig meine “Business-Homepage” geworden. Ich habe sogar schon geschafft, zwei neue Artikel zu schreiben. Der alte Server ist rechtzeitig gekündigt, der Player ist jetzt im Wohnzimmer.
Wenn Eva das Teil sieht, sinkt irgendwie die Raumtemperatur um 1-2 Grad, aber es herrscht Waffenstillstand. Ist schon witzig, wie unterschiedlich man auf Geräte reagieren kann. Wenn ich das Teil sehe, habe ich diesen Drang nachzuschauen, ob das mit den Backups immer noch funktioniert.
Ach ja, oben habe ich es zitiert: “The Dilbert Principle”. Scott Adams kann nicht nur Comics zeichnen, er hat auch ein sehr sehr schönes Buch geschrieben: